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2009 Nachbesserung für geplante Umfahrung

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Artikel Südkurier, Ausgabe Markdorf, 25.08.09

Die Ortsumfahrung Bermatingen ist notwendig und mehrheitlich erwünscht, jedoch verbesserungswürdig: Das sagten die drei Vertreter von CDU, FW und SPD im Pressegespräch, zu dem die CDU auch vom Verkehr Betroffene eingeladen hatte. Die Standpunkte der Gemeinderäte deckten sich großteils mit ihren Stellungnahmen in der konstituierenden Gemeinderatssitzung, bei der sich alle Parteien geäußert hatten.

Bermatingen – Die Sorge um eine nachhaltige Entwicklung Bermatingens habe sie zusammengeführt, begründete CDU-Vorsitzende Carola Uhl das Treffen und verwies auf eine notwendige Verbesserung der Wohnqualität im denkmalgeschützten Ortskern und auf die Zukunft Ahausens.

Es gehe allen Fraktionen um die Optimierung der Ortsumfahrung, so Franz Kutter (FW). Hier sehe er den politischen Auftrag. Knackpunkte wie Höhe der Überführungen und Dämme oder landwirtschaftliche Anbindungen gebe es zu überdenken und mit politischem Druck ans Regierungspräsidium weiterzugeben. Dass der Ortskern mit einer Ortsumfahrung „ausblute“, sehe er nicht. Im Gegenteil. Mehr Parkraum, wie nach der Umfahrung realisierbar, ziehe wieder Kunden an. Und auch der Ortskern könne sich weiterentwickeln.
Wolfram Frei (CDU) glaubt, dass der Eindruck erweckt worden sei, eine Mehrheit sei gegen die Umgehungsstraße. Dieses Bild wolle er zurechtrücken. Man könne glücklich sein, dass Bermatingen vom Sonderprogramm profitiere. Verhinderungsstrategien seien kontraproduktiv und richteten sich gegen den mehrheitlichen Willen. Ein Versäumnis der Verwaltung sei, dass man sich nicht gleichzeitig Gedanken um ein Flurbereinigungsverfahren gemacht habe. Er rief Landwirte zu vorsorglichen Einwendungen auf. Parallel wollte er auch eine Lärmschutzbelastung in Auftrag geben.
Seit dem Bürgerentscheid habe sich wenig getan, sagte Herbert Grau, der auf die genannten Problempunkte verwies. Er zweifelte die Notwendigkeit der Straßenbreite von 7,50 Metern an und wollte die Hauptverkehrsführung am Haslacher Hof direkt über die B 33 zur Südumfahrung Markdorf.
Dass die Pläne für die Landwirte optimiert werden müssten, meinte Ortsvorsteher Hubert Sträßle. Die Landstraße sollte direkt angefahren werden können. Der Ortschaftsrat stehe mehrheitlich hinter der Umfahrung.
Genau wie die Anlieger. Bermatingen bezeichne sich als Erholungsort, deutete Hartwig Meschenmoser ironisch auf den vorbeidröhnenden Verkehr. Familie Güdemann habe viel Geld in die Renovierung ihres historischen Gebäudes gesteckt, er habe sein Haus renoviert, um den Ort schön zu gestalten – innerhalb kurzer Zeit seien die Fassaden wieder dreckig.
Walter Obser, Anlieger und Landwirt, mahnte Planungen für neue landwirtschaftliche Wege an und kritisierte, dass die 2003 eingereichten Vorschläge nicht berücksichtigt worden seien.
Bis 4. August können Einwendungen beim Ortsbauamt Bermatingen oder beim Regierungspräsidium eingereicht werden, verwies Carola Uhl. Als Grundlage für die nächste Gemeinderatsitzung am Dienstag sollen die Stellungnahmen zur Ortsumfahrung dienen.
Heiner Bühler, der namens der Gemeinderäte der LBU sprach, bezog sich auf die vorgelegten Pläne, die Konflikte bezüglich der Schutzgüter Luft und Klima, Trinkwasser, Boden, Lebensraum für Pflanzen und Tiere, Landschaftsbild und Erholungsfunktion aufwiesen. Er monierte fehlende Angaben zu klimatischen Auswirkungen und Maßnahmen, die eine sichere Trinkwasserversorgung garantierten. Ihnen sei klar, dass eine Versiegelung von 60 000 Quadratmetern nicht ausgeglichen werden könne, aber hier müsse deutlich nachgebessert werden, verlas er eine Liste mit detaillierten Vorschlägen, die aus einem intensiven Studium der Unterlagen resultieren.
Baldmöglichst wollen CDU, FW und SPD die Ortsumfahrung realisieren, denn der Verkehr – Zahlen hin, Zahlen her – nehme zu und sei heute schon unerträglich. Das Bundesverkehrsministerium empfehle bereits ab 10 000 Fahrzeugen täglich eine Umgehungsstraße. Zu den bereits genannten Punkten forderte Frei eine „Lärmplanung“ parallel zum Bau der Straße.Auch wenn das Land und nicht die Gemeinde das Verfahren leite, sollten die Eigentümer und Pächter der betroffenen Grundstücke über Änderungen, das Flurbereinigungsverfahren und das Tauschflächenangebot informiert werden, forderte Kutter konstruktive Anregungen ein.

 

 

 

 

Sie wollen die Umgehungsstraße für Bermatingen so schnell es geht: (von links) Hartwig Meschenmoser, Wolfram Frei, Carola Uhl, Walter Obser, Hubert Sträßle, Franz Kutter und Herbert Grau.
Foto: Keutner







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