23.10.2017 02:55

2009 Gentechnik nicht praktikabel

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Schwäbische Zeitung (Erschienen: 05.06.2009) Gentechnik nicht praktikabel (FRIEDRICHSHAFEN/sz) Die CDU-Ortsvorsitzenden, der Kreisvorstand und Mandatsträger der Kreis-CDU haben in der Kreisvorstandssitzung in Oberteuringen-Bitzenhofen über Gentechnik diskutiert. Die Teilnehmer stellten dabei fest, dass man Risiken und Chancen der drei Anwendungsbereiche abwägen müsse. Es gehe neben der "Grünen Gentechnik" mit ihren Anwendungen gentechnisch veränderter Organismen in der Landwirtschaft um die "Rote Gentechnik" mit Anwendungen in der Medizin, zum Beispiel in Form der bereits stark verbreiteten gentechnisch hergestellten Arzneimittel, sowie um die "Graue Gentechnik" mit ihrer Verwendung im chemisch-technischen Bereich, beispielsweise bei der Herstellung von Biokatalysatoren und Enzymen. Bereits 2007 hatte sich der Kreistag geäußert: "Aufgrund der kleinbetrieblich strukturierten Landwirtschaft, des großen Haftungsrisikos für die Landwirte und der Ablehnung der grünen Gentechnik vonseiten der Verbraucher ist ein Anbau von GVO-Sorten im Bodenseekreis nicht empfehlenswert", so das damalige Urteil. Landrat: Rechtlich bedeutungslos "Die Ausweisung des Bodenseekreises als gentechnikfreie Anbauzone ist rechtlich völlig bedeutungslos, weil dazu dem Landkreis die gesetzgeberischen Zuständigkeiten fehlen", beurteilt Landrat Lothar Wölfle die Lage. Für Lothar Riebsamen, den CDU-Bundestagskandidaten, ist ein Anbau von gentechnisch verändertem Saatgut in der Bodenseeregion aufgrund ihrer kleinteiligen Struktur nicht praktikabel. "Die Gemeinde Herdwangen-Schönach, in der ich seit 18 Jahren Bürgermeister bin, hat sich bereits im Jahr 2005 zur gentechnikfreien Gemeinde erklärt", unterstrich Riebsamen. Eine weitere Forschung lehnt er jedoch nicht grundsätzlich ab. "Es wäre auch ethisch bedenklich, wenn trockenresistente Getreidesorten entwickelt werden könnten, die möglicherweise den Hunger in der Welt einschränken könnten." Sachlich fundiert berichtete Wilfried Jerg, Mitglied des CDU-Agrarausschusses: "Wir wollen dieses Thema mit unseren Mitgliedern und Bürgern grundlegend aufarbeiten." Bereits seit vielen Jahren befassen sich die örtlichen CDU-Gremien intensiv mit der "Grünen Gentechnik". Zwar habe die Forschung der Landwirtschaft enorme Fortschritte durch gentechnisch veränderte Organismen durch höhere Erträge, Resistenzen gegen Schädlinge und die Senkung des Bedarfs von Dünger und Spritzmittel versprochen. Der Euphorie sei aber Ernüchterung gewichen. Denn es gebe zu viele offene Fragen wie zum Beispiel die Gefahr der Auskreuzung und damit einer unkontrollierbaren und nicht reversiblen Verbreitung gentechnisch veränderter Pflanzen oder die Frage der verschuldensunabhängigen Haftung von bäuerlichen Familienunternehmen für die Folgen des Anbaus. Zudem werden über 70 Prozent der Patente von einer einzigen Firma gehalten. Deswegen befürchten die Landwirte die Gefahr von neuen Abhängigkeiten. Kreisvorstandsmitglied Carola Uhl aus Bermatingen erklärte, dass selbst Gentechnikexperten die Chancen und Risiken unterschiedlich beurteilten. Landtagsabgeordneter Ulrich Müller und Kreisvorsitzende Sylvia Zwisler waren sich einig: "Wir werden uns weiter inhaltlich mit der ,Grünen Gentechnik' im Bodenseekreis befassen. Da das Thema viele Menschen beschäftigt und zugleich noch besser über das Pro und Kontra informiert werden sollte, plant der Kreisvorstand im Herbst eine Informationsveranstaltung."






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