23.10.2017 02:54

2009 Gespräch der Befürworter Umfahrungsstraße

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Artikel in SZON 23.07.09 Schwäbische Zeitung Online BERMATINGEN -
Autor: Hr Lindenmüller
Im Bermatinger Gemeinderat ist man sich weitgehend einig, dass die geplante Südumfahrung notwendig ist, um den Ort zu entlasten. Die vorliegende Planung halten alle Fraktionen in Details allerdings für verbesserungswürdig. Das haben sie am Dienstag in der Gemeinderatssitzung deutlich gemacht. Das Planfeststellungsverfahren ist eingeleitet, bis Dienstag lagen die Planunterlagen im Rathaus aus.
Um ihre Positionen zu untermauern, weiter ins Detail zu gehen und direkt Betroffene zu Wort kommen zu lassen, luden Vertreter von FW, CDU und SPD die Presse gestern Abend gemeinsam zu einem Vor-Ort-Termin ein. Ein Anliegen war es den Vertretern der Fraktionen dabei auch, ein möglicherweise falsches Bild zurechtzurücken.
So kritisierte Wolfram Frei, dass in den vergangenen Wochen der Eindruck erweckt worden sei, dass eine Mehrheit der Bermatinger gegen die Südumfahrung sei. "Das ist nicht so. Die deutliche Mehrheit ist dafür", stellte der Christdemokrat fest. So sieht es auch Franz Kutter: "Die Frage, ob ja oder nein stellt sich nicht mehr. Jetzt geht es um Optimierungen." Manche Befürchtungen hinsichtlich der neuen Straße seien berechtigt und müssten berücksichtigt werden. Aufgabe der Gemeinderäte sei es nun, Anregungen aufzugreifen und darüber in der nächsten Sitzung zu diskutieren. Zu den Knackpunkten gehören aus Kutters Sicht zum Beispiel die geplanten Überführungen über die neue Straße, die vor allem für den landwirtschaftlichen Verkehr gedacht sind. Lieber wäre es Kutter, wenn man auf die eine oder andere Überführung verzichten und stattdessen den landwirtschaftlichen Verkehr direkt an die neue Straße anbinden würde. Wolfram Frei kritisierte generell, dass die Landwirte in die Planungen nicht ausreichend eingebunden worden seien und dass man sich über eine Flurbereinigung bislang keine Gedanken gemacht habe. Gedanken müsse man sich ferner über das Thema Lärmschutz machen. Einen weiteren Kritikpunkt führte für die SPD Herbert Grau an: Aus seiner Sicht ist die geplante Verkehrsführung am Haslacher Hof, wo Umfahrung Bermatingen, Umfahrung Markdorf und B 33 aufeinandertreffen sollen, nicht sinnvoll. Die B 33 müsse auch künftig die Hauptstraße bleiben.
Auch Ahausens neuer Ortsvorsteher Hubert Sträßle sprach sich dafür aus, die Planungen mehr an die Belange der Landwirte anzupassen. Diese forderte er deshalb auch auf, bis zum Ablauf der Einwendungsfrist am 4. August Anregungen einzureichen. Walter Obser als einer der betroffenen Landwirte kritisierte, dass man schon 2003 Änderungen vorgeschlagen habe, die nicht berücksichtigt worden seien.
Den Satz des Tages sprach, begleitet von enormem LKW-Getöse im Hintergrund, Anwohner Hartwig Meschenmoser: "Wenn man bedenkt, dass Bermatingen ein Erholungsort ist - davon merkt man hier nichts."
Ihre grundsätzlichen Stellungnahmen hatten alle Fraktionen bereits in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend abgegeben. Sowohl Franz Kutter für die Freien Wähler als auch Wolfram Frei für die CDU plädierten vor dem Hintergrund "nicht mehr zumutbarer Zustände" für einen "baldmöglichsten Bau" (Kutter). "Unzumutbar", das bezieht sich dabei einerseits auf die Belastung für die Anwohner durch mittlerweile 16 000 Fahrzeuge am Tag. Andererseits betonte Wolfram Frei, dass es den historischen Ortskern zu schützen gelte. Der CDU-Rat sprach sich dafür aus, "die Baumaßnahme mit Nachdruck voranzutreiben".

SZON 23.07.09

Foto: Lindenmüller







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