23.10.2017 02:55

2008 Politischer Elternabend

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Politischer Elternabend
Südkurier, Ausgabe Markdorf,November 2008

Die Bildung von Ärgernissen
In den Schulen läuft – aus Sicht der Eltern – nicht alles reibungslos. Dies wurde beim politischen Elternabend der CDU in Bermatingen mehr als deutlich. Karl-Wilhelm Röhm, Schulleiter in Münsingen und stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Landtag, verteidigte das verkürzte Gymnasium G8 und ermutigte die Eltern, Missstände an den Schulen offensiv anzusprechen.
Wo bilden sich an den Schulen Ärgernisse? Wo entstehen die Probleme? Diesen Fragen ging beim politischen Elternabend der CDU in Bermatingen Karl-Wilhelm Röhm (rechts) auf Einladung der Ortsvorsitzenden Carola Uhl (daneben) auf den Grund.
Es war eine hochkarätige Gruppe, die sich in der Weinstube „Stecher“ zum Meinungsaustausch zur Bildungspolitik traf. Karl-Wilhelm Röhm, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU in Stuttgart und selbst Schulleiter, der Landtagsabgeordnete Ulrich Müller, Ursula Hefler, Rektorin im Deggenhausertal, Felix Landolt, Schulsprecher Realschule Markdorf und seine Stellvertreterin Kim Wolf, Anna Stähle, ehemalige Schulsprecherin St. Elisabeth Friedrichshafen, Johanna Bischofberger und Hans Kellner, Elternbeiratsvorsitzende am Bildungszentrum. Gemeinsam mit interessierten Eltern versuchten sie zu ergründen, was in den Schulen im Argen liegt, wo die Probleme sind und wo der Schuh drückt.
Dabei wurde einmal mehr deutlich: Die Eltern sind mit G8, dem auf acht Jahre verkürzten Gymnasium, weiterhin unzufrieden. Ein zu hohes Lerntempo, viel Nachmittagsunterricht, großes Arbeitspensum und zu wenig Freizeit und Erholung für die Schüler waren dabei die am häufigsten geäußerten Kritikpunkte. Röhm verteidigte das Konzept der verkürzten Schulzeit, die Landesregierung arbeite auch fieberhaft daran, dass im doppelten Abiturjahrgang 2012 keine größeren Probleme entstünden.
G8 verursacht nach Meinung von Röhm nicht die hohe Stundenzahl, das liege an der Konzeption des BZM als Ganztagesschule. Nachdem immer wieder Kritik von Elternseite daran geäußert wurde, äußerte der Landespolitiker, dass er das Gefühl habe, den Eltern sei eine Ganztagesschule „übergestülpt“ worden, die gar nicht erwünscht sei. „Ich würde meinen Schulleiter-Kollegen in Markdorf empfehlen, das Gespräch mit den Eltern zu suchen, denn hier scheinen sich einige Probleme zu manifestieren“, erklärte Röhm nach der Veranstaltung im Gespräch mit dem SÜDKURIER.
Mit geradezu „paradiesischen Zuständen“ umschrieb Röhm die Grund- und Hauptschule im Deggenhausertal, so wie sie Ursula Hefler in ihrem Vortrag vorgestellt hatte. Das Eingehen auf die einzelnen Schüler, das Wahrnehmen als Individuum und die individuelle Förderung, altersübergreifender Unterricht und die Kooperation mit Horgenzell im Hauptschulverbund seien die richtigen Konzepte. „Ich kenne jeden Schüler noch mit Namen, da verschwindet keiner in der anonymen Masse“, erläuterte Hefler. Bei allen Problemen, die es mit einzelnen Lehrern, den aufgegebenen Hausaufgaben oder der Stundenplangestaltung gebe, empfahl Röhm den Eltern sich zu beschweren. „Wenn ihnen etwas nicht passt, dann äußern sie das auch. Suchen sie das Gespräch mit Schulleitern und Lehrern, man wird sie nicht ignorieren“ gab der Rektorenkollege ihnen mit auf den Weg.







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